Im österreichischen Recht wird der Begriff „Auflassung“ nicht verwendet. Im Gegensatz dazu hat der Begriff „Auflassung“ im deutschen Recht eine spezielle Bedeutung im Zusammenhang mit der Übertragung von Grundstücken. In Österreich hingegen fällt das Thema unter das allgemeine Grundbuch- und Sachenrecht.
Im österreichischen Kontext ist der Prozess der Übertragung von Liegenschaften primär durch das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) und das Grundbuchsgesetz geregelt. Hierbei spielt die sogenannte „Einverleibung“ im Grundbuch eine zentrale Rolle. Die Einverleibung ist der notwendige Akt, um das Eigentum an einer Liegenschaft rechtlich zu übertragen. Dies ist im § 431 ABGB festgelegt, der besagt, dass das Eigentum an einem Grundstück erst durch die Eintragung im Grundbuch übergeht.
Voraussetzung für die Einverleibung ist ein gültiger Titel und Modus. Der Titel ist in der Regel ein Kaufvertrag oder eine andere rechtliche Grundlage wie eine Schenkung oder ein Erbvertrag. Der Modus hingegen ist der formelle Akt der Eintragung oder Einverleibung in das Grundbuch.
Ein wichtiger Aspekt des österreichischen Grundbuchs ist das Prinzip des öffentlichen Glaubens (§ 5 Grundbuchsgesetz), das besagt, dass das Grundbuch als verlässlich und richtig gilt und jeder gutgläubige Dritte darauf vertrauen kann. Das bedeutet, dass rechtliche Tatsachen und Eigentumsverhältnisse, die im Grundbuch eingetragen sind, als wahr angenommen werden.
Zusammenfassend erfordert der Erwerb von Liegenschaften in Österreich den Prozess der Grundbuchseintragung, bei dem ein gültiger rechtlicher Titel durch die Einverleibung durch das zuständige Bezirksgericht in das Grundbuch vollzogen wird. Dies gewährleistet eine rechtlich sichere und transparente Übertragung von Eigentumsrechten an Immobilien.