Inhaberpapier ist ein Begriff, der nicht nur im deutschen Recht, sondern auch im österreichischen Recht vorkommt. Im österreichischen Kontext handelt es sich bei Inhaberpapieren um Urkunden, die ein Forderungs- oder Eigentumsrecht verbriefen und die üblicherweise dem vorlegenden Inhaber ein Recht gewähren. Inhaber kann jeder sein, der das Dokument physisch in Händen hält, d.h., dass das Recht auf das Papier nicht an eine bestimmte Person, sondern an die eigenständige Vorlage der Urkunde gekoppelt ist.
Ein typisches Beispiel für ein Inhaberpapier im österreichischen Recht ist der Inhaberschuldverschreibung. Sie sind im Wesentlichen Wertpapiere, die eine Forderung gegen den Emittenten beinhalten und ohne Umschreibung auf jemand anderen übertragen werden können. Ein weiteres Beispiel sind die sogenannten Inhaberschecks, die ebenfalls durch einfache Übergabe übertragen werden können.
Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) behandelt im Rahmen von Wertpapieren insgesamt die Übertragungswege und die Eigenschaften derartiger Papiere. Nachdem das ABGB aber selbst keine detaillierten Regelungen zu Inhaberpapieren enthält, finden diese sich im österreichischen Wertpapierrecht und speziell im Wechselgesetz sowie im Scheckgesetz wieder. Das Wechselgesetz verweist oft indirekt auf die Handhabung von Inhaberpapieren, da auch Wechsel als Inhaberpapiere auftreten können.
Grundsätzlich ist für Inhaberpapiere in Österreich charakteristisch, dass die Übergabe der physischen Urkunde zur Übertragung der darin verbrieften Rechte genügt. Dies ermöglicht einen leicht handhabbaren Transfer der Rechte, birgt jedoch auch das Risiko des Verlusts oder Diebstahls, da der Inhaber der Urkunde als rechtmäßiger Rechtsinhaber angesehen wird.
Zusammenfassend handelt es sich bei Inhaberpapieren dem Wortsinne nach um ein Mittel zur flexiblen und relativ unkomplizierten Übertragung von Rechten, die physisch durch die Urkunde verkörpert werden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des österreichischen Wertpapier- und Schuldrechts.