Im österreichischen Recht versteht man unter „Rentenpapiere“ im Regelfall festverzinsliche Wertpapiere, die einen Anspruch auf regelmäßige Zinszahlungen und die Rückzahlung des Nennwerts am Ende der Laufzeit verbriefen. Diese Wertpapiere zählen zu den typischen Finanzinstrumenten und werden insbesondere im Wertpapieraufsichtsgesetz (WAG 2018) und dem Kapitalmarktgesetz (KMG) behandelt.
Nach dem WAG 2018 fallen Rentenpapiere unter den Begriff der Finanzinstrumente (§ 1 Z 6 WAG 2018), wobei es sich um Schuldtitel handelt, die regelmäßige Zinszahlungen („Kupons“) leisten und deren Rückzahlung häufig durch das Vermögen des Emittenten abgesichert ist. Emittenten können sowohl private Unternehmen als auch staatliche Stellen oder öffentliche Institutionen sein.
Das Kapitalmarktgesetz reguliert den öffentlichen Vertrieb von solchen Wertpapieren. Gemäß § 3 KMG ist für das öffentliche Anbieten von Rentenpapieren ein Prospekt zu erstellen und zu veröffentlichen, sofern nicht eine Ausnahmebestimmung greift. Dieser Prospekt muss umfangreiche Informationen über die Emission und die Emittentin enthalten und dient dazu, den Investoren ein klareres Bild der Chancen und Risiken zu vermitteln.
Rentenpapiere können verschiedene Formen annehmen, wie beispielsweise Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe. Sie bieten Investoren eine vergleichsweise sichere Anlageform, da sie in der Regel durch die Kreditwürdigkeit des Emittenten oder durch spezifische Sicherheiten abgesichert sind.
Zusätzlich sind Rentenpapiere im Rahmen der Besteuerung relevant. Die Erträge aus Rentenpapieren unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer, die von den Erträgnissen (Zinsen) direkt an der Quelle einbehalten wird (§ 93 EStG 1988). Dies bedeutet, dass Anleger grundsätzlich die Zinserträge nicht gesondert in ihrer Steuererklärung angeben müssen, allerdings könnten spezifische steuerliche Regelungen zutreffend sein, je nach Art des Rentenpapiers und Status des Anlegers.
Somit versteht man unter Rentenpapieren im österreichischen Kontext strukturierte Schuldtitel, die sowohl regulatorischen als auch steuerlichen Anforderungen unterliegen und eine wichtige Rolle im Bereich der Kapitalanlage spielen. Ihre Konstruktion und Nutzung sind stark reguliert, um sowohl den Schutz der Investoren als auch die Stabilität der Finanzmärkte zu gewährleisten.