Im österreichischen Recht bezieht sich der Begriff der „schwebenden Wirksamkeit“ primär auf den Bereich der Vertragsgestaltung und ist vor allem bei der Vertretung durch nicht voll geschäftsfähige Personen relevant, insbesondere bei Minderjährigen, die das 7. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht volljährig sind (§ 865 ABGB).
In diesem Kontext spricht man von schwebender Unwirksamkeit, wenn es um Rechtsgeschäfte von beschränkt geschäftsfähigen Personen geht. Für solche Rechtsgeschäfte ist zunächst die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters erforderlich, um die volle Wirksamkeit zu entfalten. Bis diese Zustimmung erteilt wird, bleibt das Geschäft in einem Schwebezustand hinsichtlich seiner Wirksamkeit. Das bedeutet, das Rechtsgeschäft ist weder voll wirksam noch gänzlich unwirksam.
Erhält das Rechtsgeschäft nachträglich die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters (sogenannte Genehmigung), wird es rückwirkend mit der ursprünglich beabsichtigten Wirksamkeit versehen. Erfolgt keine Zustimmung, bleibt das Geschäft unwirksam. Aufgrund dieser vorübergehenden Unsicherheit spricht man von „schwebender Wirksamkeit“.
Der Schutz der schwebenden Wirksamkeit dient dazu, Minderjährigen eine gewisse Flexibilität bei Geschäften des täglichen Lebens zu gewähren, während der Schutz vor rechtlichen Nachteilen aufrechterhalten bleibt, indem die letztendliche Entscheidung den gesetzlichen Vertretern überlassen wird. Dies ist Ausdruck des rechtlichen Schutzes von Personen, die ihre voll geschäftliche Handlungsfähigkeit noch nicht erreicht haben.
Auch im Bereich der Vertretung durch Vollmachtnehmer kann es zur schwebenden Wirksamkeit kommen, wenn ein Vertreter ohne ausreichende Vollmacht handelt (§ 1019 ABGB). Hier kann der Vertretene das schwebend unwirksame Geschäft genehmigen oder ablehnen, wodurch der endgültige Status des Rechtsgeschäfts bestimmt wird.
Zusammenfassend ist der Begriff der schwebenden Wirksamkeit im österreichischen Recht ein Mechanismus, der sicherstellt, dass Geschäfte von Personen, denen die volle Geschäftsfähigkeit fehlt, kontrolliert und gegebenenfalls bestätigt werden, um sie rechtlich wirksam zu machen. Dies schafft einen Ausgleich zwischen der Autonomie der handelnden Person und dem Schutz ihrer rechtlichen Interessen.