Wien (OTS) – Die MANZ Beletage bewies einmal mehr, dass sie nicht nur ein architektonisches Juwel ist, sondern auch ein Ort lebendiger Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur. Am Mittwoch, den 26. Februar 2025, lud der MANZ Verlag zu einer bewegenden Lesung unter dem Titel „Strophe von Heinrich Heine muss entfernt werden…“. Die Schauspielerin, Regisseurin und MANZ-Gesellschafterin Maria Fliri sowie Christopher Dietz, Programmverantwortlicher Sachbuch bei MANZ, brachten teils unveröffentlichte Korrespondenzen und Quellen aus dem Verlagshaus aus den Jahren 1918 bis 1945 zur Aufführung.
Die historischen Briefe gewährten den Gästen einen tiefen Einblick in die Herausforderungen, mit denen sich der Verlag MANZ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konfrontiert sah. Wirtschaftliche Unsicherheiten, der Einfluss des NS-Regimes und der Übergang in die Nachkriegszeit wurden in den Schriftstücken greifbar. Besonders eindrücklich war die Verlesung eines Originalbriefs, in dem die Zensur eines Gedichts von Heinrich Heine durch die „Reichsschrifttumskammer“ thematisiert wird – ein bewegendes Zeitdokument, das die Bedeutung von Meinungsfreiheit und kritischer Auseinandersetzung mit Geschichte unterstrich.Die Veranstaltung lockte rund 20 handverlesene Gäste aus der Verlags-, Rechts- und Kulturszene in die 1911/12 von Adolf Loos ausgestatteten und 2023 nach den Plänen des renommierten Architekten Boris Podrecca adaptierten Räume der MANZ-Beletage am Wiener Kohlmarkt. In den historischen Räumen, die 2023 als Begegnungsort eröffnet wurden, entwickelte sich im Anschluss an die Lesung eine angeregte Diskussion. Bei Snacks und Getränken bot sich den Besucher:innen die Gelegenheit zum Austausch über die Inhalte der Briefe sowie die Bedeutung von Fachverlagen in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Mit dieser Lesung setzte der MANZ Verlag ein starkes Zeichen für die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und bewies gleichzeitig, dass die MANZ Beletage als Veranstaltungsort lebt – ein Ort, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet.