Im österreichischen Recht bezieht sich der Begriff „Bereicherungsgegenstand“ auf das Thema der ungerechtfertigten Bereicherung, das im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) geregelt ist. Im Zentrum steht der § 1041 ABGB, der den Grundsatz der Leistungskondiktion beschreibt.
Eine ungerechtfertigte Bereicherung liegt vor, wenn jemand ohne rechtlichen Grund einen Vermögensvorteil auf Kosten eines anderen erlangt. Der Bereicherungsgegenstand ist somit der Vorteil, den der eine erlangt hat und der dem anderen vom Gesetz her eigentlich zustehen sollte. Dies kann sowohl in Form von Geld, Sachen oder auch in Form von Gebrauchsvorteilen und Dienstleistungen sein.
Der Begriff selber wird nicht explizit gesetzlich definiert, sondern ergibt sich aus der rechtlichen Situation, bei der jemand durch eine Leistung des anderen oder durch einen sonstigen Umstand bereichert wird, ohne dass dafür eine rechtliche Grundlage vorliegt. Es muss dabei immer ein Vermögensvorteil bestehen, der objektiv messbar ist.
Das zentrale Anliegen des Bereicherungsrechts ist es, diesen ungerechtfertigten Vermögensvorteil rückgängig zu machen und die ursprüngliche Vermögenslage wiederherzustellen, indem derjenige, der bereichert wurde, zur Herausgabe des erhaltenen Vorteils verpflichtet wird.
Ein Beispiel aus der Praxis könnte sein: Eine Person erhält fälschlicherweise eine Zahlung auf ihr Konto gutgeschrieben, die für eine andere Person bestimmt war. Der Zahlungsbetrag stellt den Bereicherungsgegenstand dar, den die empfangende Person zurückerstatten muss.
Schlussendlich ist der Bereicherungsgegenstand ein wesentliches Element, das festlegt, was genau zurückerstattet werden muss, um zu einer gerechten Auflösung der Situation zu gelangen. Wichtige Paragrafen für ein umfassenderes Verständnis sind neben § 1041 auch §§ 877 und 1431 ABGB, die sich mit Rückabwicklungsansprüchen und der Rückforderung von Leistungen bei ungerechtfertigter Bereicherung beschäftigen.