Im österreichischen Recht gibt es keine spezifische gesetzliche Definition des Begriffs „Bürgerkrieg“. Vielmehr wird der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch und im internationalen Kontext verwendet, um bewaffnete Konflikte innerhalb eines Staates zu beschreiben, bei denen organisierte Gruppen innerhalb des Landes gegeneinander kämpfen. Solche Konflikte haben in der Regel eine politische, ethnische oder religiöse Grundlage.
Da es im österreichischen Recht keine spezifische gesetzliche Regelung zu Bürgerkriegen gibt, werden relevante Aspekte in verschiedenen rechtlichen Kontexten behandelt, etwa im Asylrecht oder im Völkerrecht. Das österreichische Asylgesetz beispielsweise spricht nicht explizit von „Bürgerkrieg“, berücksichtigt jedoch die Situation im Herkunftsland einer Person, einschließlich bewaffneter Konflikte, bei der Entscheidung über Asylanträge. Diese Überlegungen sind essenziell, um das Vorliegen von Fluchtgründen gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention zu beurteilen.
Bürgerkrieg als Begriff und Phänomen wird auch in völkerrechtlichen Zusammenhängen relevant, insbesondere im Hinblick auf humanitäres Völkerrecht, das Regeln für interne bewaffnete Konflikte aufstellt, um die Zivilbevölkerung zu schützen und die Kriegsführung zu regeln.
Weiterhin finden im österreichischen Strafrecht Aspekte, die mit Bürgerkrieg in Verbindung stehen könnten, ihre Relevanz, beispielsweise wenn es um Straftaten gegen den Staat oder die öffentliche Sicherheit geht. In solchen Fällen wird jedoch nicht der Begriff „Bürgerkrieg“ verwendet, sondern spezielle Straftatbestände wie Aufruhr oder staatsgefährdende Verbindungen behandelt.
Insgesamt ist der Begriff „Bürgerkrieg“ im österreichischen Recht nicht als spezifischer rechtlicher Terminus definiert, sondern wird in verschiedenen Kontexten und Rechtsbereichen indirekt berücksichtigt, wobei oft völkerrechtliche und internationale Aspekte mit einfließen.