Integritätsinteresse

Im österreichischen Recht ist der Begriff „Integritätsinteresse“ nicht explizit als solcher verankert, wird aber in der Praxis und Lehre verwendet, um die Wertschätzung und den Schutz der physischen und psychischen Integrität einer Person zu beschreiben. Dieses Interesse ist eng mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und schadenersatzrechtlichen Bestimmungen verbunden, die im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) verankert sind.

Grundsätzlich unterliegt das Integritätsinteresse im österreichischen Recht dem Schutz vor physischen und psychischen Beeinträchtigungen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Schadenersatzregelungen von Bedeutung. Nach § 1325 ABGB schuldet der Schädiger nicht nur für körperliche Verletzungen, sondern auch für die verursachten Schmerzen und den Verdienstentgang Schadenersatz. Dies reflektiert das Interesse einer Person an ihrer körperlichen Unversehrtheit.

Darüber hinaus lässt sich das Integritätsinteresse auch im Kontext des Schutzes der Persönlichkeit und des Privatlebens verorten. Nach § 16 ABGB hat jeder Mensch angeborene Rechte und ist als Person zu achten und zu schützen. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt nicht nur das Leben, die Gesundheit und die Freiheit, sondern auch die Ehre und die Privatsphäre einer Person. Dies sieht auch vor, dass persönliche Daten und die persönliche Würde respektiert werden, was mit dem Integritätsinteresse im weiten Sinne in Verbindung gebracht werden kann.

Die Missachtung des Integritätsinteresses kann daher sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zivilrechtlich hat dies häufig Schadenersatzansprüche zur Folge, während strafrechtlich Tatbestände wie Körperverletzung oder Verletzung der persönlichen Freiheit relevant sein können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Integritätsinteresse im österreichischen Recht nicht als spezifischer Rechtsbegriff definiert ist, aber durch verschiedene Bestimmungen im ABGB und darüber hinaus geschützt wird. Es betont die Wichtigkeit des Schutzes der persönlichen Unversehrtheit und der Rechte einer Person, sowohl in physischen als auch in psychischen und sozialen Aspekten.

Bewertung dieses Artikels

Teilen   

Kanzlei-Empfehlung

Podcast

Einfach in 3 Schritten einen Anwalt finden, der auf Ihr Rechtsproblem spezialisiert ist

Ein zugelassener Anwalt / eine zugelassen Anwältin ist dafür da, über Rechtsfragen zu beraten und Klienten vor Gericht zu vertreten. Es ist seine Aufgabe, Dienstleistungen im Bereich der Rechtsberatung zu erbringen und Klienten vor Gericht zu vertreten. Mit diesem Wissen kennt er alle relevanten Herausforderungen dieses Systems und ist mit allen einschlägigen Rechtsnormen vertraut.

Fachexperten auf Ihrem Gebiet

Anwalts-Empfehlungen gefiltert durch das RechtEasy-Team -Best Choice der Anwälte in Österreich

Chatbox aufmachen

Klicken Sie auf den blauen Button im rechten unteren Eck und wählen aus, dass Sie eine Anwaltsempfehlung benötigen.

Problem schildern

Erklären Sie, welches Anliegen Sie haben. Gehen Sie hier auch gerne ins Detail.

Zurücklehnen

Unser Team beurteilt Ihre Rechtsfrage und vermittelt den richtigen Anwalt/die richtige Anwältin für Sie in Ihrer Region.

Die Vermittlung ist kostenlos. Der jeweilige Anwalt wird Ihnen vorab die genauen Kosten mitteilen, sodass Sie immer die volle Kontrolle haben.

Rechts unten den Chat öffnen, Rechtsfrage stellen und gleich vermitteln lassen.

Jetzt zum Newsletter anmelden!

Auf RechtEasy befinden sich über 7500 Begriffserklärungen und juristische Ratgeber, die von Rechtsanwälten und Juristen verfasst wurden

Liste der Anwälte

Liste der Anwälte

Liste der Anwälte