Der Begriff „Nachindossament“ stammt ursprünglich aus dem Wechsel- und Scheckrecht und wird oft im Zusammenhang mit der Übertragung von Wertpapieren verwendet. In Österreich wird dieser Begriff im rechtlichen Kontext hauptsächlich im Zusammenhang mit indossierbaren Papieren wie Wechseln oder Orderpapieren relevant.
Gemäß den Bestimmungen des österreichischen Wechselrechts, insbesondere des Wechselgesetzes (WG), kann ein Wechsel durch Indossament übertragen werden. Das Indossament ist eine Erklärung auf der Rückseite eines Wertpapiers, mit der der Inhaber des Papiers es an einen anderen überträgt. Das Nachindossament ist somit ein weiteres Indossament, das nach dem ersten Indossament stattfindet und die Übertragung des Wertpapiers an eine dritte Person ermöglicht.
Das Indossament hat verschiedene Funktionen: Zum einen dient es als Übertragungsakt, zum anderen hat es eine Legitimationswirkung, da der Indossatar als berechtigter Inhaber des Papiers gilt. Zudem kann das Indossament auch gewährleisten, dass der Indossant für die Einlösung des Wechsels haftet. Im österreichischen Recht sind die relevanten Vorschriften dazu in den Paragraphen des Wechselgesetzes (z. B. §§ 11 bis 20 WG) zu finden.
Ein besonders relevanter Aspekt des Nachindossaments ist, dass es entweder „blanko“ oder „voll“ erfolgen kann. Bei einem Blankoindossament wird lediglich die Unterschrift des Indossanten geleistet, sodass der Wechsel durch bloße Übergabe weiter übertragen werden kann. Bei einem Vollindossament werden neben der Unterschrift auch der Name des neuen Inhabers und gegebenenfalls weitere Bedingungen vermerkt.
Zusammengefasst ist das Nachindossament im österreichischen Wechselrecht ein wichtiger Mechanismus zur Weiterübertragung von wechseltypischen Rechten. Die gesetzlichen Regelungen stellen sicher, dass dieser Prozess nachvollziehbar und rechtssicher gestaltet ist, wobei der Fokus auf der Übertragung und der Sicherstellung der Rechte des neuen Inhabers liegt.