Im österreichischen Recht bezeichnet der Begriff „Nominalwert“ den auf einem Wertpapier oder in einem Vertrag angegebenen Wert bzw. Betrag. Dieser liegt in der Regel nicht notwendigerweise mit dem tatsächlichen Marktwert des betreffenden Finanzinstruments oder der zugrundeliegenden rechtlichen Verpflichtung überein. Er spielt eine wesentliche Rolle im Recht der Schuldtitel, also insbesondere bei Anleihen und Aktien.
Bezogen auf Aktien aus der österreichischen Aktiengesellschaft (AG), ist der Nominalwert – oft auch Nennwert genannt – der in der Satzung festgelegte Betrag, den eine einzelne Aktie darstellt. Der für Aktien relevante Paragraph ist § 8 AktG, welcher besagt, dass Aktien entweder als Nennbetragsaktien oder als Stückaktien ausgegeben werden können. Bei Nennbetragsaktien entspricht der Nominalwert dem festen Betrag, auf den die Aktie lauten soll.
Im Hinblick auf Anleihen beschreibt der Nominalwert den Betrag, den der Emittent am Ende der Laufzeit an den Gläubiger zurückzuzahlen verspricht. Die Verzinsung der Anleihe bezieht sich auf diesen Nominalwert. Für solche Wertpapiere gelten die Bestimmungen des Kapitalmarktgesetzes (KMG) und die Abgabenordnung.
Hinsichtlich Forderungen kann der Nominalwert auch der Betrag sein, der vertraglich festgelegt und geschuldet wird. Ein Nominalwert wird vor allem bei der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Bilanzierung relevant. Per Gesetz gibt es im Unternehmensgesetzbuch (UGB), insbesondere in den §§ 189ff., Vorschriften zur Bewertung, die grundlegend festlegen, dass die Bewertung grundsätzlich zum Nominalwert zu erfolgen hat, außer es liegen spezifische Gründe vor, die einen anderen Ansatz erfordern.
In der Bilanzierung wird der Begriff auch genutzt, um den ursprünglichen Wert von Schuldtiteln zu beschreiben, bevor dieser durch Faktoren wie Disagio oder Agio korrigiert wird. Hier regelt das UGB in den §§ 201ff. die entsprechenden Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung.
Insgesamt zeigt sich, dass der Nominalwert im österreichischen Recht einen festen Betrag widerspiegelt, der bei der Ausgabe von Aktien, Anleihen und sonstigen Finanzinstrumenten sowie bei der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten von Bedeutung ist. Der rechtliche Rahmen wird durch verschiedene Gesetze und Vorschriften geprägt, die die wirtschaftlichen Folgen und die Bilanzierung maßgeblich beeinflussen.