Im österreichischen Recht wird der Begriff „Personalunion“ nicht explizit verwendet. Im allgemeinen juristischen Verständnis, auch in Österreich, bezeichnet eine Personalunion eine Situation, in der eine natürliche oder juristische Person mehrere rechtliche Funktionen oder Ämter gleichzeitig innehat. In Österreich ist dieser Begriff im rechtlichen Sinne nicht detailliert geregelt, sondern eher ein Begriff des allgemeinen Sprachgebrauchs.
Ein Anwendungsbereich der Idee einer Personalunion kann in der Geschäftsführung von Gesellschaften auftreten. Zum Beispiel kann eine Person gleichzeitig Geschäftsführer in mehreren Gesellschaften sein. Hier sind verschiedene Regelungen zu beachten, insbesondere in Hinblick auf Interessenskonflikte oder Haftungsfragen, die sich aus den unterschiedlichen Rollen ergeben können.
Gemäß dem österreichischen Unternehmensrecht, speziell nach dem GmbH-Gesetz, ist es möglich, dass eine natürliche Person mehrere Funktionen bzw. Vertretungen in unterschiedlichen Gesellschaften übernimmt. Wesentlich ist hierbei, dass keine gesetzlichen oder statutarischen Bestimmungen verletzt werden und dass alle notwendigen Voraussetzungen, etwaige Interessenskonflikte und mögliche Haftungen in den jeweiligen Rollen, beachtet werden.
Um diese Situationen zu konkretisieren, kommen etwa Paragrafen aus der Unternehmensführung zum Tragen, wie im GmbH-Gesetz (§ 15 betreffend die Vertretung der Gesellschaft) oder im Aktiengesetz (AktG), das die Aufgaben und Haftungen der Organe regelt. Diese Paragrafen unterstreichen die Anforderungen an Sorgfalt und Verantwortung sowie die gesetzliche Kontrolle in der Geschäftsführung.
Zusätzlich können Kollisionsregelungen im Zivilrecht, etwa aus dem ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch), herangezogen werden, um die Pflichten und Haftungen zu klären, die sich aus der Übernahme mehrerer Funktionen für eine Person ergeben. Diese Regelungen legen fest, inwiefern eine Person, die in mehreren rechtlichen Beziehungen steht, ihre Pflichten nicht verletzen darf und bei der Erfüllung ihrer Aufgaben stets nach bestem Wissen und Gewissen handeln muss.
Somit fasst die Personalunion in Österreich vor allem Verhältnisse ins Auge, die durch konkrete gesetzliche Rahmenbedingungen in unterschiedlichen Rechtsbereichen geregelt werden, auch wenn der Begriff selbst nicht direkt im Gesetz verankert ist. Die aufgrund solcher Situationen entstehenden rechtlichen und organisatorischen Anforderungen bedürfen einer sorgfältigen Beachtung, insbesondere im Hinblick auf mögliche Interessenskonflikte oder die Einhaltung der erforderlichen rechtlichen Standards.