Im österreichischen Recht wird der Begriff „Sachgesamtheiten“ als solcher nicht explizit verwendet; vielmehr wird hier das Konzept der „Gesamtsache“ beziehungsweise der „Universalsache“ behandelt, die in der zivilrechtlichen Systematik eine vergleichbare Rolle einnehmen. Eine Gesamtsache nach österreichischem Recht besteht aus mehreren selbstständigen Sachen, die wirtschaftlich als eine Einheit betrachtet werden. Dies entspricht im Wesentlichen dem Begriff der Sachgesamtheit im deutschen Recht. Eine Gesamtsache ist daher kein eigenständiger körperlicher Gegenstand, sondern ein gedankliches Konstrukt, das mehrere Sachen zu einer Einheit zusammenfasst.
Ein grundlegendes Prinzip im österreichischen Sachenrecht, das relevant für die Anwendung von Gesamtsachen ist, findet sich im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB). Gemäß § 302 ABGB sind bewegliche und unbewegliche Sachen sowie Sachgesamtheiten Teil der Vermögensmasse einer Person und können als solche Gegenstand von Rechten sein. Dies bedeutet, dass eine Gesamtsache als Ganzes rechtlich behandelt und beispielsweise veräußert oder vererbt werden kann.
Zusätzlich ist zu beachten, dass Gesamtsachen gewisse Besonderheiten im Hinblick auf die Besitzkonstituierung und den Eigentumserwerb aufweisen können. Beispielsweise kann der Besitz an einer Gesamtsache durch die Innehabung eines repräsentativen Teils der Gesamtsache oder durch einen speziellen rechtlichen Akt erlangt werden.
Abschließend ist festzustellen, dass Gesamtsachen im österreichischen Recht bei der Verwaltung von Vermögenswerten oder der Abwicklung von Rechtsgeschäften eine praktische Rolle spielen, da sie es ermöglichen, mehrere Einzelsachen effizient als rechtlich einheitliches Ganzes zu behandeln. Dadurch wird beispielsweise die Verwaltung von Nachlässen oder der Verkauf von Unternehmen erleichtert, bei denen es um eine Vielzahl einzelner Vermögensgegenstände geht, die jedoch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Einheit darstellen.