Im österreichischen Zivilprozessrecht ist die Streitverkündung ein Verfahren, das es einer Partei in einem Rechtsstreit ermöglicht, einen Dritten über den laufenden Prozess zu informieren und ihm die Möglichkeit zu geben, dem Verfahren als Nebenintervenient auf der Seite der Streitverkündenden Partei beizutreten. Die gesetzliche Grundlage für die Streitverkündung findet sich in den §§ 21 ff. der Zivilprozessordnung (ZPO).
Ein Streitverkündungsgrund liegt grundsätzlich dann vor, wenn die Partei, die den Streit verkünden möchte, ein rechtliches Interesse daran hat, den Dritten über das Verfahren zu informieren. Ein solcher Grund kann beispielsweise darin bestehen, dass die Entscheidung in dem laufenden Prozess Auswirkungen auf die rechtliche Position des Dritten haben könnte, etwa weil dieser aus einem möglichen späteren Rückgriffsanspruch oder Ähnlichem betroffen sein könnte. Der Zweck der Streitverkündung besteht darin, den Dritten frühzeitig in das Verfahren einzubeziehen, sodass er seine Rechte wahren und etwaige spätere Ansprüche verteidigen kann. Sollte der Dritte nicht in den Prozess eingreifen und im späteren Verfahren gegen ihn ein Urteil ergehen, kann ihm dies entgegengehalten werden, sodass ihm gegebenenfalls der Einwand abgeschnitten wird, er habe keine Kenntnis von den relevanten Umständen gehabt.
Die Streitverkündung ist dabei sowohl in Klageverfahren als auch in anderen, etwa vorbereitenden gerichtlichen Verfahren möglich. Besonders in komplexen Streitigkeiten mit mehreren potenziell betroffenen Parteien spielt die Streitverkündung eine wesentliche Rolle, um die Verwaltung der unterschiedlichen Ansprüche bereits in einem frühen Verfahrensstadium zu koordinieren und Rechtssicherheit zu schaffen. Aus diesem Grund muss die Streitverkündung auch formgerecht erfolgen; sie ist schriftlich bei Gericht einzubringen und enthält die wesentlichen Gründe für die Einbeziehung des Dritten. Das Gericht informiert daraufhin den Dritten über das laufende Verfahren und seine Möglichkeit des Beitritts.
Zusammenfassend ist der Streitverkündungsgrund im österreichischen Recht ein Konzept, das dazu dient, Dritte in laufende Zivilprozesse einzubinden, um deren rechtliche Interessen zu schützen und zukünftige Konflikte zu vermeiden.